Warum darf wieder nach Öl gebohrt werden?
Gestern ging es durch die Presse: US-Richter kippt Öl-Bohrstopp. Natürlich geht es wie immer ausschließlich – ich betone: ausschließlich – nur ums Geld. Es ist klar, dass die klagende Ölindustrie zur Zeit Millionen verliert. Die Begründung des Anwalts der klagenden Partei, es gebe im Golf “ein ganzes Ökosystem von Unternehmen, die durch dieses Moratorium jeden Tag geschädigt” würde, ist durch die Benutzung des Wortes “Ökosystem” schon eine Frechheit.
Dass Bobby Jindal, der republikanische Gouverneur von Louisiana, sich ebenfalls gegen einen Bohrstopp ausspricht, ist auch klar. Er hat einfach Angst, dass seine Steuereinnahmen noch weiter weg brechen und eventuell durch den Abzug von Bohrinseln in Gewässer außerhalb des US-Hoheitsgebiets Arbeitsplätze in seinem Wahlgebiet verloren gehen.
Das i-Tüpfelchen ist aber, dass der vorsitzende Richter anscheinend Aktien von diversen im Golf tätigen Ölfirmen sein Eigen nennt. In seinem 2008 Financial Disclosure Report hat er Einnahmen (Zinsen oder Dividenden) von Ocean Energy, Transocean, Halliburton, Hercules Offshore, Prospect Energy, Provident Energy, Rowan Companies, Parker Drilling und ATP Oil & Gas Corp. offen gelegt.
Wie immer: conflict of interest.
→ Judge who overturned moratorium owned Transocean, Halliburton stock