So, das musste jetzt mal gesagt werden. Seit Jahr und Tag wird auf die “Öl-Spekulanten” geschimpft. So strebte schon “uns Gerhard” (wo arbeitet der jetzt nochmal?) bei einem Ölpreis von $60 im Juli 2005 eine Initiative gegen Öl-Spekulanten an. Eine “Transparenzinitiative” sollte gestartet werden und die interessengetriebene Angstmache (u.a. von Goldman Sachs mit ihrer Prognose von $105) eingedämmt werden.

Bei $90 pro Barrel Mitte 2007 titelte dann der Spiegel “Spekulanten treiben Ölpreis Richtung 90 Dollar”. Wieder waren die Spekulanten an allem Schuld. Natürlich darf da die Volkspartei nicht fehlen, die gegen den “Neoliberalismus” und für den “kleinen Mann” ist: SPD kontra Ölpreis-Spekulanten hieß es im Dezember 2007.

Im Juni 2008 waren die Ölpreise dann auf allen Titelblättern und in aller Munde - ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass das Hoch sehr, sehr nahe ist. Blinden Schuldzuweisungen folgte blinder Aktionismus: “Die Verantwortung der Spekulanten für teures Öl und Hunger in der Welt” - “Spekulanten machen Öl teuer” - “Lebensmittel- und Ölpreis: G-8 nehmen Spekulanten unter Lupe”.

Immer wird auf die Spekulanten geschimpft. Beim Ölpreis, der möglichst niedrig sein soll, sind die (Long-) Spekulanten die Bösewichte, bei Aktien, deren Kurs möglichst hoch sein soll, bekommen auch die (Short-) Spekulanten den Ärger. Wenn alles so läuft, wie es nach der Meinung der Mehrheit laufen sollte, sagt natürlich niemand “Danke”. Deshalb zum Schluss nochmal: Danke liebe Ölspekulanten!

Tageschart von des Futures auf Light Sweet Crude Oil (CL) vom 24.12.2008