Die Finanzpresse und ihre Schlagzeilen
Zugegeben, ich habe auch einige RSS Feeds der Finanzmedien abonniert, die meisten aus dem englischsprachigen Ausland, aber auch einige Deutsche. Nicht, weil ich immer zeitnah und aktuell die neuesten Artikel lesen möchte, sondern einfach nur um die eine interessante journalistische Perle unter hunderten von Artikeln nicht zu verpassen.
Aber was ich gerade in der Liste der Überschriften im RSS Feed vom Handelsblatt sehe, bestärkt mich erneut darin, möglichst wenig (oder besser gar nichts?) von dem ganzen Geschreibsel der unterhaltenden Finanzblätter zu lesen. Hier kommen einige Überschriften von gestern in ihrer zeitlichen Reihenfolge. Die Artikel dahinter erspare ich mir.
- Asien-Börsen feiern Chinas Konjunkturpaket
- “China muss die Märkte beruhigen”
- China hilft dem Dax auf die Sprünge
- China hilft - Dax steigt
- China sei Dank - Dax schließt im Plus
- Chinas Geldspritze verpufft an der Wall Street
Und heute morgen vermeldete man zu dem Thema dann
- Chinesisches Konjunkturpaket: Die falsche Medizin?
Ok, zuerst dachte ich, einfach alles als “gelesen” markieren und vergessen. Es sind nur die üblichen schreibenden Fähnchen im Wind, die für aktuelle Geschehnisse an der Börse wie immer eine Begründung finden müssen, weil die Leser (wir Menschen) diese für alles verlangen. Dabei ist es auch egal, wenn der beschriebene Sachverhalt und damit auch dessen Begründung verschwinden und in Echtzeit die Publikation ad absurdum geführt wird. Seien wir doch mal ehrlich, niemand würde einen Artikel lesen, dessen Überschrift lautet: “Dax steigt einfach nur so aus prinzipiell unbekannten Gründen”.
Warum ich aber doch einen Beitrag dazu schreibe? Weil ich kurz danach in einem Artikel auf FAZ.NET folgendes gelesen habe:
Eine Bank, die einen Kunden wegen einer privaten Anleihe berät, muss diesen über negative Berichte in „allgemein anerkannten Publikationen für Wirtschaftsfragen“ unterrichten. Dazu zählt der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem am Montag veröffentlichten Urteil die „Börsen-Zeitung“, die „Financial Times Deutschland“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.
Diese Aussage wird aber nachfolgend noch deutlich abgemildert. Ganz so weit ist es dann zum Glück doch noch nicht.
→ Die „anerkannte“ Wirtschaftspresse zählt (FAZ.NET)
Was sind denn deine Perlen, bzw. deine Top RSS-Feeds?
Gruß
Martin
[...] Trader’s Quest gab es einen Artikel über “Die Finanzpresse und ihre Schlagzeilen“. Daraufhin fragte ich Olaf, welche RSS-Feeds er für seriös hält und [...]