Sind die genialen Finanzjongleure bei Porsche reinste Altruisten?
Die Pressemitteilung vom Sonntag strotzt nur so vor Altruismus:
Porsche hat sich zu dieser Bekanntgabe entschlossen, nachdem offenkundig geworden ist, dass deutlich mehr Shortpositionen im Markt sind als erwartet. Die Offenlegung soll deshalb den sogenannten Shortsellern – also Finanzinstituten, die auf einen fallenden VW Kurs gewettet haben oder noch wetten – Gelegenheit geben, ihre Positionen in Ruhe und ohne größeres Risiko aufzulösen.
In Ruhe und ohne Risiko… Na sicher doch, zumal aus der selben Pressemitteilung hervor geht, dass Porsche ca. 31% an Volkswagen über Optionen hält. Bei Ausübung der Optionen erhält Porsche die Differenz zwischen strike price und dem aktuellen Aktienkurs bar ausbezahlt. Selbstverständlich würde Porsche einen hohen Aktienkurs begrüßen, wenn deren Herz nicht für die armen Shortseller schlagen würde, die dadurch eventuell in eine schwierige Lage geraten könnten. Also entschloss man sich zu diesem selbstlosen Schritt. Bravo!

Jetzt bei 760 Euro. So ganz in Ruhe und ohne Risiko. LOL!
814 Euro. Nur die Ruhe…
Wenn Porsche jetzt sagt: “Wir haben alles. Fuer den rest zahlen wir 100 Euro.”, dann kackt der DAX schlagartig 1000 Punkte nach unten ab.
Die Überlegung hatte ich auch schon. Ist aber falsch, denn Porsche WILL die Aktien ja. Kurz: Die werden keine einzige Option verkaufen.
Die Pressemitteilung ist natürlich trotzdem ein Witz. Denn die konnten sich ja ausreichen, dass der Freefloat inzwischen kleiner ist als die Menge der geshorteten Aktien. Und dass das zu einer kompletten Panik führen muss!
Hi egghat!
Soviel ich weiß handelt es sich um Optionen mit cash settlement, d.h. für die Optionen bekommen sie entweder die Aktien oder einen Barausgleich entsprechend des aktuellen Kurses. Also folgende Vorgehensweise:
1.) Soviel Call Optionen mit cash settlement kaufen, um den eigenen Einstiegspreis möglichst niedrig zu sichern. Die gegnerische Partei ist damit short in VW (ob gehedged oder nicht, ist deren Problem).
2.) Ohne Ende VW Aktien kaufen, so viel wie möglich auch von großen Shortsellern (Hedgefonds) sogar für bis hoch zu nicht vorstellbaren 200 oder 300 Euro pro Aktie. Die Shorties verkaufen lächelnd und im großen Stil aufgrund der nicht haltbaren fundamentalen Bewertung der VW-Aktie.
3.) Mal alle eigenen Aktien durchzählen, die vom Land Niedersachsen und befreundeten Institutionen und Privatanlegern (Porsche-Clan?) hinzu rechnen.
4.) Feststellen, dass die Short-Quote über dem Freefloat liegt.
5.) Pressemitteilung herausgeben.
6.) Echte Shortpositionen müssen zu jedem Preis gedeckt werden, um die Verluste nicht ins unendliche steigen zu lassen.
7.) “Shortpositionen” aus den Optionsgeschäften müssen möglichst schnell eingedeckt werden, um am Ende nicht mehrere Fantastilliarden Euro in kleinen, nicht markierten Scheinen an Porsche überweisen zu müssen.
Also wenn Porsche das wirklich vor hat, dann müsste der Staatsanwalt sich bald einschalten. Irgendwo hatte ich gestern gelesen, das was Porsche gemacht hat, z.B. in England gar nicht legal wäre…