In manchen Artikeln und Blogbeiträgen wird von Chaos und Panik gesprochen, aber ich kann in dem bisherigen Marktgeschehen weder das eine noch das andere erkennen. Bisher sieht es eher nach “gap and crap” aus, also nach einem massiven Gap mit anschließend seitwärts verlaufendem Handel, aus dem nichts heraus zu holen ist.

Chaos und Panik könnten aber noch einsetzen, wenn erst einmal im großen Kreise bekannt und verstanden wird, dass die Federal Reserve Bank neben der Bereitstellung von Liquidität noch etwas anderes, weitaus schwer wiegenderes getan hat:

The Board also adopted an interim final rule that provides a temporary exception to the limitations in section 23A of the Federal Reserve Act. It allows all insured depository institutions to provide liquidity to their affiliates for assets typically funded in the tri-party repo market. This exception expires on January 30, 2009, unless extended by the Board, and is subject to various conditions to promote safety and soundness.

Bis 1999 waren Investment- und Geschäftsbanken noch strikt getrennt. Dank der Citigroup (damals Citicorp), einem fetten Etat für Lobbyarbeit und letztendlich auch Clinton und Greenspan wurde diese Trennung in dem Jahr aufgehoben, und die Citigroup konnte munter im Bereich des Investmentbanking mitmischen.

Durch die oben zitierte Aufhebung der Einschränkungen dürfen die Geschäftsbanken meinem Verständnis nach jetzt sogar ihre Einlagen dafür verwenden, ihren Investment-Töchtern weitere Liquidität zukommen zu lassen. Heisst das, dass die Einlagen auf den Girokonten der Privatkunden genutzt werden können, um die im ABS-Sumpf absaufenden Tochtergesellschaften mit Liquidität zu versorgen?

Oder sehe ich das zu eng? Schließlich ist es ja nur vorläufig (so wie der Soli, die Ökosteuer, die Sektsteuer, …). Und es muss natürlich alles safe und sound über die Bühne gehen. Meinungen?

Wall Street crisis hits stocks

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