In einem Kommentar zum Beitrag “Treibt die Übernahme von Fannie und Freddie weitere Banken in die Pleite?” schrieb egghat:

“Wenn die Anleihen wertlos verfallen wären, wäre das Problem etwas größer [als jetzt durch die Verstaatlichung].”

Die Frage dabei ist: Für wen? Durch den jetzigen Schachzug von Paulson sind die Eigentümer (Kleinaktionäre und deren Fonds für die Altersvorsorge) enteignet worden, und der U.S. Steuerzahler darf aufgrund der Garantie der Regierung der USA blechen bis der Arzt kommt. Wie immer nehmen wir es von einfach von den zukünftigen Generationen. Die sind ja nicht unsere Wähler.

Wer sich jetzt kaputt lacht, sind die Besitzer der Anleihen. Große ausländische Fonds, Bill Gross, Warren Buffett, die großen Investmentbanken und Versicherungen, die gekauften Politiker, mit einem Satz: die guten Kumpel im internationalen Finanzwesen von Hank Paulson, der die Verstaatlichung noch schnell in seiner Amtszeit über die Bühne gebracht hat.

Erst vergeben diese Leute wissentlich Hypotheken an Familien, die sich das gar nicht leisten können und treiben sie damit in die Schuldenfalle (na gut, eine nicht zu kleine Teilschuld trifft natürlich auch den Kreditnehmer). Sie machen sie abhängig von den Banken. Die Hypotheken bündelten sie zu Finanzprodukten, die teilweise noch exotischer waren, als das was jetzt am CERN gesucht wird. Als die Kreditblase unweigerlich zu platzen drohte, suchten sie verzweifelt nach einem Ausweg. Dieser bestand darin, ihren obersten Häuptling für ein Jahr in das Finanzministerium zu schicken, um die gierigen Banken auf Kosten der normalsterblichen Bürger zu retten. Und das ist ja nicht nur in den USA ein Problem. Warum hat man die IKB nicht gegen die Wand fahren lassen? Wäre dadurch wirklich die Welt untergegangen? Nein, bestimmt nicht. Ist ja auch scheinbar egal.

Glaubt Ihr wirklich, die Kreditkrise ist jetzt gelöst? Das Problem ist die völlige Überschuldung vieler Privathaushalte. Nur weil Fannie und Freddie jetzt gerettet wurden, geht doch keiner los und kauft sich ein neues Auto, oder die neuesten elektronischen Gadgets, oder teure Designer Kleidung. Und die Ursache der Überschuldung liegt wie gesagt die Investmentbanken selbst, die daran in den letzten Jahren im großen Stil verdient haben (und deren Angestelle mit Millarden Boni).

Es werden weitere Abschreibungen gemacht werden müssen, und zwar im großen Stil. Die Banken werden alles daran setzen, ihre faulen Kredite und ihre Risiken an uns abzuwälzen. Und wie machen sie das? Durch Kapitalerhöhungen: neue Aktien für diejenigen, die wirklich glauben, was die CEOs erzählen. Um diese Machenschaften zu beenden und die wirklich schlechten Banken von der Bildfläche verschwinden zu lassen gibt es nur einen Weg: den Verkauf von Aktien der involvierten Banken, Brokern und Versicherungen, sowie von Häuslebauern aus US, UK und Spanien und entsprechenden Immobilienfonds. Gute Gelegenheiten gibt es dann, wenn die Aktien Stärke zeigen und die Oszillatoren (RSI, Stochastic, %R, …) sich im überkauften Bereich befinden (wie z.B. vorgestern).

Um ihren Hals aus der selbst gedrehten Schlinge zu ziehen benötigen sie nämlich unser Kapital. Wenn wir es ihnen nicht geben, wenn die Aktienkurse so tief fallen, das niemand mehr an dem Kauf einer Kapitalerhöhung interessiert ist (siehe aktuell Lehman Brothers), dann werden die schlechten Banken vom Markt verschwinden und den Weg frei machen für den nächsten Bullenmarkt.

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