Heutzutage kann man sein Geld problemlos per Mausklick binnen Millisekunden hin und her bewegen. Sei es durch eine Überweisung mittels Online-Banking oder beim Handel mit Aktien oder Derivaten. Das war natürlich nicht immer so. Bis Anfang der 90er Jahre musste man die Aufträge per Telefon oder sogar direkt vor Ort bei seinem Broker aufgeben. Diese wurden dann meisten innerhalb weniger Minuten abgewickelt. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts konnte die Durchführung einer Transaktion sogar Stunden, wenn nicht Tage dauern. Wie gesagt, heute geht das alles in weniger als einer Sekunde, und das weltweit.

So richtig in Mode kamen die sogenannten Online Broker erst mit der dot.com Blase in den Jahren 1999 und 2000. Aber seitdem hat die Zahl der Kunden bei den Online-Brokern weiter dramatisch zugenommen. Dem eventuellen Rückgang des Interesses an Aktien steht die massenhafte Verbreitung des Computers und der schnellen Internetzugänge gegenüber. So ist z.B. die Zahl der Depots bei comdirect von 333.895 im Q1 2000 auf 665.368 im Q2 2008 angestiegen. Die Zahl der Transaktionen ist aber annähernd unverändert geblieben. (Aufgrund der Nutzungsbedingungen von comdirect.de darf ich leider nicht direkt auf die Zahlen verweisen: “Die Einrichtung eines Hyper- und eines Inline-Links von anderen Webseiten auf eine der zu diesem Online-Angebot gehörenden Webseiten, ohne vorherige schriftliche Zustimmung der comdirect, wird ausdrücklich untersagt.” – Warum auch immer!? Ihr findet die Zahlen bei der comdirect unter “Über uns -> Investor Relation -> Zahlen und Fakten -> Kennzahlen”)

An Tagen mit hektischem Handel kann man in entsprechenden Diskussionsforen oft lesen “Mein Broker ist schon wieder platt. Ich kann keine Order aufgeben.” Das geschieht oft an Tagen, an denen der Markt in seiner gesamten Breite um 3% oder mehr fällt (“9-11″, Bombenattenat in London, Pleite Rettung von Bear Stearns, usw.) War jemand long in Bear Stears als der Kurs kollabierte? Wurden die Aufträge zügig ausgeführt? Welche Slippage hatten die Stops?

Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass es im Falle einer echten Panik wie beim Börsencrash 1929 oder 1987 bei fast allen Retail Brokern für einen langen Zeitraum über Stunden heißen wird: Rien ne va plus!

Da Du vermutlich auch über einen Online Broker mit Aktien oder ähnlichem handelst, frage ich Dich: “Hast Du einen Panik-Plan?” Eine Auftragsaufgabe per Telefon scheidet offensichtlich aus. Da ist es wahrscheinicher, dass Du beim allabendlichen Ratespiel die richtige Leitung triffst, um der leicht bekleideten Moderatorin eine Automarke mit “A” zu nennen.

Also, hast Du einen Notfallplan? Wie sieht der aus? Hast Du Deine Stops immer im System? Wie hoch ist Dein Gesamtrisiko? Bist Du per CFD mit einem Hebel über 10 unterwegs und denkst Dir “Ich werde meine mentalen Stops schon einhalten.”?

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