In dem sehr lesenswerten Artikel “This blame game is short on logic” bricht Douglas Kass in der Financial Times eine Lanze für die Short Seller. Na gut, so ganz objektiv ist der Mann nicht, verwaltet er doch die beiden short ausgerichteten Hedge Fonds “Seabreeze Partners Short” und “Seabreeze Partners Short Offshore”. Aber trotzdem ist es wichtig, auch seine Meinung als Gegenpol zu der üblichen Berichterstattung einmal zu lesen.

Short Seller sind seiner Meinung nach die Wachhunde der Finanzwelt und viele ihrer Einschätzungen trafen bisher ins Schwarze. So sagte Buffett bereits im Jahr 2002, dass die im Umlauf befindlichen derivativen Finanzprodukte “finanzielle Massenvernichtungswaffen” seien und das gesamte Wirtschaftssystem in Gefahr bringen können. Trotzdem wird versucht, den Zusammenbruch der Banken (besonders Bear Stearns, Fannie Mae, Freddie Mac und bald wahrscheinlich auch Lehman Brothers) den bösen Short Sellern in die Schuhe zu schieben. Dabei haben die bearischen Short Seller immer davor gewarnt.

Kass nennt als weitere Beispiele die Short Seller David Rocker ,der auf die Buchhaltungsprobleme z.B. bei Sunbeam, Tyco und Lernout & Hauspie aufmerksam gemacht hat, und Jim Chanos als führende Person bei der Aufdeckung des Enron-Skandals.

Seiner Meinung nach liefern die Short Seller einen Anker der Objektivität in einem Umfeld, in dem das Interesse an Gewinnen über dem Bestreben nach Aufdeckung systemischer Risiken steht. Anstatt, wie es die SEC jetzt vorhat, das Short Selling stärker einzuschränken, sollten Investoren anfangen, sich die Aussagen der Short Seller zur Konjunktur und zu den Kreditmärtken anzuhören.

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