Die zwei Herausforderungen beim Short Selling: Timing und Sitzfleisch
Es ist wirklich nicht allzu schwer, geeignete Short-Kandidaten zu finden. Es gibt genug kleine Klitschen im Bereich der Rohstoffe (Junior Explorer und Drillingbuden), BioTech, HighTech, usw. deren Aktien viel zu schnell viel zu hoch gestiegen sind, und das alles aufgrund bedeutungsloser “News”.
Das Short Selling (Leerverkaufen) von Aktien hat in der Öffentlichkeit im Allgemeinen ein negatives Ansehen. Ich weiß allerdings nicht, warum. Vielleicht weil die bösen Shortseller immer der Sündenbock sind, wenn das Management das Unternehmen und damit auch den Aktienkurs gegen die Wand gefahren hat.
Als Short Seller hat man sehr viele Gegner. Nicht nur die breite Masse der Anleger, die bei ihrem Broker nicht Leerverkaufen und daher nur Long-Positionen eingehen kann, sondern auch das Management der Unternehmen, dessen Aktionäre und auch gewisse Medien aus dem Bereich der Finanzen.
Alle geben ihr Bestes, um die Kurse weiter in Schwindel erregende Höhen zu treiben: Die Börsenbriefe meistens gegen Bezahlung (Bargeld, Aktien oder Optionen), die Aktionäre wollen höhere (Buch-)Gewinne, das Management partizipiert mit eigenen Aktien und Optionen, und das Unternehmen nimmt fleißig frisches Kapital zu hohen Kursen auf, bis das Kapital über Fantastilliarden von Aktien verwässert ist.
Das Schwierige am Trading von diesen hochgejubelten Luftnummern ist das Timing. Man läuft immer Gefahr, in einen sehr schmerzhaften Short Squeeze getrieben zu werden, wenn die Kauflaune der gierigen Meute noch nicht genügend nachgelassen hat.
Ist diese aber erst einmal verflogen, dann helfen auch keine neuen Meldungen seitens des Unternehmens dem Aktienkurs auf die Sprünge. Auch die Durchhalteparolen in den Diskussionsforen verpuffen wirkungslos.
Das kann man zur Zeit gut bei der Aktie von Energulf Resources (ENG.VSE, EKS.FSE, ISIN CA29266X1050) sehen:
Die nächste Schwierigkeit ist (zumindest für mich), den Short dann auch lange genug zu halten. In Energulf war ich fast zum absoluten Höchstkurs short gegangen, habe dann aber die Position viel zu früh wieder geschlossen. Naja, das ist mein Trading-Stil: Realisiere Deine Gewinne und suche die nächste hochgejubelte Luftnummer.
→ Energulf: die Kaninchen starren auf die Schlange
→ Trade der Woche: Short in Energulf (ENG.VSE, ISIN CA29266X1050)
→ Under Fire: Energulf Resources (ENG.VSE, ISIN CA29266X1050)

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