Es gibt immer wieder Aktien, die aufgrund von Empfehlungen von dubiosen Pushblättern steigen. Manchmal stecken auch “Analysen” von Journalisten der seriöseren Finanzpresse dahinter, die es aber versäumt haben, etwas tiefer hinter die Fassade der Hochglanz-Unternehmensmeldungen zu blicken. Andere Aktien steigen scheinbar ohne News, zumindest findet man solche “News” nicht sofort. Dahinter stecken dann meistens irgendwelche Hypes in Diskussionsforen, in deren Verlauf sich viele Teilnehmer in die Aktie verlieben und sich gierig auf sie stürzen, aus Angst mehrere 100% von hete auf morgen zu verpassen.

Aber beim Trading geht es hauptsächlich um Wahrscheinlichkeiten. Und bei den ganzen Klitschen, die sich über die Börse Risikokapital besorgt haben, ist die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns nun einmal viel höher, als dass daraus der nächste Stern am Börsenhimmel wird. Na klar gibt es Ausnahmen, aber die sind, was sie sind: Ausnahmen. Nicht umsonst werden Unternehmen eingeteilt in “Large Cap”, “Small Cap” und “Mirco Crap”

Um weiterhin an frisches Kapital zu kommen, beauftragen viele Unternehmen entweder Analystenhäuser oder auch Börsenbriefe damit, “Studien” und “Analysen” anzufertigen. Es ist stark damit zu rechnen, dass die bezahlten “Analysen” nicht sehr negativ ausfallen. So wird der Aktienkurs hochgejubelt und die Unternehmen können zu hohen Kursen viel frisches Kapital aufnehmen.

Also, bevor Du Dich in eine Aktie verliebst und fest mit einem 1000%er rechnest, weil der CEO dieses und der Chef-Geologe jenes gesagt hat, und weil ja jeden Tag super positive News aus irgend einem Dschungel-Camp kommen, das angeblich Hauptquartier der neuesten Probebohrungen ist, musst Du Dir über folgendes klar werden:

a) Die meisten Unternehmen, die sich noch in ihrer frühen Entwicklungsphase befinden, sind eigentlich schrott und werden scheitern. Seien es Explorer, BioTechs, dot.coms, oder was auch immer. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade das von Dir ausgewählte Unternehmen es schaffen sollte, sind sehr gering.

b) Der Vorstand und interessierte Dritte werden alles tun, um den Kurs in die Höhe zu treiben. So können sie für das Unternehmen weiter viel neues Kapital aufnehmen und – noch viel wichtiger – aus ihren eigenen Aktien und Optionen das Maximum herausholen.

c) Wir traden Aktienkurse, keine Unternehmen. Aktien sind nicht Unternehmen. Das Unternehmen kann noch so gut sein, aber wenn die Aktie fällt, gehört sie verkauft. Verliebe Dich niemals nie nicht in eine Aktie!

So, genug palavert. Zu den bereits gestern abgeschmierten Aktien gesellten sich heute endlich auch Palladon Ventures und TigerLogic. Die Short Watchlist vom Wochenende weist nach nur zwei Tagen bereits eine gute Performance auf. Bitte beachtet dabei auch, dass ich zum Gewinner McMoran gesagt habe: “Diesen Chart shorten? Niemals!”

Share