Ein Short in den Futures auf die US Indizes war am Freitag ein no-brainer. Nach den Zahlen – korrekter gesagt, nach der Reaktion des Marktes auf die Zahlen – von General Electric hat sich ein Short Trade geradezu aufgedrängt. Das Geld lag förmlich auf der Straße. Wieso? Was war die Ausgangssituation?

Die Märkte hatten in der vergangenen Woche trotz allgemein schlechter Nachrichten aus der Konjunktur eine Rally hingelegt und sich von ihren Tiefs vom März deutlich erholt. Diese Rally beruhte vermutlich darauf, dass die Investmentbanken über ihr offizielles Sprachrohr (die Finanzpresse) verkündet haben, dass die Kreditkrise nun vorüber sein (LOL!). Seit über einer Woche dümpelten die Märkte aber vor sich hin. Der Dow Jones konnte die Hochs von Anfang und Ende Februar nicht überwinden, obwohl er genügend Zeit und Gelegenheit dazu hatte.

Als General Electric (GE) am Mittag die Zahlen für das 1. Quartal 2008 vorlegte, war die Reaktion der Aktienmärkte deutlich negativ. Nach einem schnellen und starken Kursrutsch zeigten sich keine Anzeichen einer Erholung. Wie auch? Wer sollte jetzt noch kaufen wollen?

Privatanleger garantiert nicht. Diese sind schon lange verunsichert und kaufen höchstens aus Gier und Angst, etwas zu verpassen, die Hochs der Zwischenerholungen.

Institutionelle Anleger? Wohl kaum. Ich möchte den Trader sehen, der seinem Vorgesetzten zum Handelsende sagt: “Chef, wir befinden uns in einem Bärenmarkt, und es ist Freitag. Die Zahlen von Alcoa waren schlecht, die von Genentech solala, und die von General Electric echt mies. In der Hoffnung, dass am Montag alles besser wird, habe ich ordentlich Long-Positionen für unseren Fond aufgebaut.”

Also hieß es nur noch, eine kurze Beruhigung mit enger, seitwärts gerichteter Handelsspanne abzuwarten und bei Bruch der Tiefs short zu gehen. Im gesamten Handelsverlauf gab es von den Bullen keine Gegenwehr, so dass die Position gemütlich zu Handelsende geschlossen werden konnte.

Share