Wir brauchen das Geld aber eigentlich gar nicht. Versprochen!
Die Investmentbank Lehman Brothers hat gestern nachbörslich bekannt gegeben, dass sie neues Kapital in Höhe von $3 Milliarden durch Ausgabe neuer sog. “convertible preferred shares” aufnehmen will. Das sind Vorzugsaktien, die nach einer vorher vereinbarten Haltedauer in normale Aktien umgewandelt werden.
Laut Reuters erwarten Investoren, dass die Dividende dieser Aktien bei 7% bis 7,5% liegt. Der Aktienpreis solle 30% bis 35% unter dem aktuellen Kurs der normalen Aktien liegen.
Warum macht Lehman das? Reuters hat den CFO Erin Callan gefragt:
Das Geschäft werde getätigt, um damit die Diskussionen um den Zustand der Bilanz von Lehman zu beenden. Das Geld werde nicht benötigt, um Abschreibungen oder Verluste auszugleichen. “Wir haben unsere Meinung zu dem von uns wirklich benötigten Kapital nicht verändert, aber wir haben unsere Meinung aus dem Blickwinkel der Wahrnehmung geändert.” sagte Callan zu Reuters.
Übersetzt liest sich das ungefähr so: “Wir brauchen zwar kein frisches Kapital, aber ihr da draußen denkt, wir bräuchten es. Damit ihr das nicht mehr denkt, nehmen wir frisches Kapital auf.” Wie krank ist das denn?
Ach ja, diesen eigentlich völlig unnötigen Spaß lässt Lehman sich pro Jahr auch nur $210 Millionen kosten (7% von $3 Milliarden). Na, die haben es ja…