JP Morgan kauft Bear Stearns
Mittlerweile wird es sich in interessierten Kreisen ja schon herum gesprochen haben, dass Bear Stearns zwei Optionen hatte: (a) Konkurs anzumelden oder (b) sich für jeden noch so niedrigen Preis selbst zu verkaufen. Sie haben Option (b) gewählt und lassen sich für $2 pro Aktie (!) von JP Morgan aufkaufen. Von $90 auf $2 in weniger als einem Monat. Viele Aktionäre, die sich am Samstag noch über den Verlust von über -40% auf $30 schwarz geärgert haben, würden sich jetzt sicher über diese $30 wahnsinnig freuen.
Da JP Morgan vermutlich selbst gerade nicht in Geld schwimmt, bekommen die Aktionäre von Bear Stearns natürlich kein Bargeld sondern Aktien von JP Morgan im Verhältnis 1 zu 18. Damit kauft JP Morgan das eigentlich sehr profitable Geschäft von Bear Stearns, sowie deren Immobilen und sonstige Guthaben für fast nichts. Für die unverkäuflichen Hypothekenderivate im Volumen von (ehemals) 30 Milliarden Dollar stellt die Federal Reserve Bank in New York die Liquidität zur Verfügung. Die späteren Verluste in diesem Bereich werden somit wohl zu Lasten der Fed, also des US Steuerzahlers gehen.
Wieso macht die Fed so etwas? Wieso lassen sie Bear Stearns nicht einfach bankrott gehen? Achso! Der CEO von JP Morgan sitzt im Verwaltungsrat der NY Fed. Oh, und der von Lehman auch…
Lehman veröffentlicht am Dienstag die Zahlen. Goldman Sachs ebenso, Morgan Stanley am Mittwoch. Bear Stearns wollte eigentlich am Donnerstag die Fakten auf den Tisch legen, wird das jetzt aber nicht mehr machen.
Wieviel werden Goldman oder Morgan Stanley wohl für Lehman bezahlen? $3 pro Aktie? Bietet jemand mehr? Vorbörslich ist bereits seit heute morgen einiges in den Finanztiteln los. Lehman (LEH) notiert aktuell bei $32.30 (-17.5%). Für Bear Stearns (BSC) werden tatsächlich noch knapp über $3 bezahlt.


Genialer Beitrag! Danke
[...] Börsenvorgaben aus den USA, wo vor allem die abgewendete Pleite der Investmentbank Bear Stearns für Aufsehen gesorgt hat. Aber auch deutsche Unternehmen haben ihren Beitrag geleistet, wie [...]