Am 27. Januar schrieb ich im Beitrag US Banken scheinbar in extremer Geldnot, dass die Rücklagen der US Banken bei der Federal Reserve Bank mehr als aufgebraucht waren. Die neuesten vorläufigen Daten für den 30. Januar sehen auch nicht besser aus. Scheinbar heben die Inhaber von Konten bei den Banken der USA mehr Geld ab, als diese durch ihre Reserven oder durch das Ausleihen von der Fed zur Verfügung haben. Im Dezember kamen die Notenbanken der Finanzwirtschaft mit Schnelltendern in massivem Umfang zur Hilfe. Offensichtlich sind die Banken nicht in der Lage, das Geld an die Notenbanken zurückzuzahlen. Das ist eine beispiellose Situation.

Die Finanzmärkte sind aufgrund dieser Situation zurecht in Turbulenzen. Wie können diese Probleme gelöst werden? Die Notenbanken könnten die Höhe der erforderlichen Reserven erniedrigen, frei nach dem Motto: “Wenn die Banken ihre Reserven nicht hinterlegen können, dann verlangen wir eben keine.” Im Umfeld steigender Inflation können die Leitzinsen vermutlich nicht viel weiter gesenkt werden, aber ein deutlich niedrigerer Diskontsatz würde den Banken die Kreditaufnahme bei den Notenbanken wesentlich erleichtern. Kurzfristig werden dadurch Anleihen steigen und die Zinsen fallen. Auch Gold und Öl dürften kurzfristig fallen (Angst vor Rezession oder sogar Stagflation; evtl. eine Regeländerung hin zu höheren Marginanforderungen bei den Futures; …). Diese kurzfristige Marktreaktion ist wahrscheinlich ein sehr guter Zeitpunkt in Gold einzusteigen. Welchen Preis werden wir sehen? $800 oder sogar $750 pro Unze? Auf Jahressicht kann man sich dann auf $1000 freuen.

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