Achtet auf den Preis von Öl und Gold
Ich habe heute selbst keinen Tagesausblick schreiben können. Aber in dem Ausblick 26.07.07 im “Dr. Gohla Invest Blog” habe ich gerade gelesen, dass die Medien erneut auf den Ölpreis aufmerksam geworden sind. Als Grund für den hohen Ölpreis werden die “wider Erwarten stark gefallen” US-Vorräte an Rohöl und Ölprodukten sowie die “Konfrontation der Türkei mit kurdischen Widerständlern im Nordirak” genannt (s. auch den Beitrag “Denn sie wissen nicht was sie schreiben (sollen)”). Das kann natürlich sein und klingt im ersten Moment natürlich einleuchtend.
Aber vielleicht steckt auch etwas anderes dahinter. Die Erwartungen an eine weitere Zinssenkung nach der Fed-Sitzung in der nächsten Woche steigen rapide an, besonders nach den schlechten Zahlen bei den Auftragseingängen für langlebige Güter in den USA. Damit wurde der Fed eine Steilvorlage für eine Senkung um 50 Basispunkte gegeben. Die Notenpressen für den US Dollar laufen auf Hochtouren, die US amerikanische Währung fällt von einem Tief zum nächsten.
Das ist scheinbar notwendig, um die Investmentbanken aus ihrem selbst verantworteten Schlamassel zu retten. Diese großen Investmentbanken reiben sich schon die Hände. Desweiteren stimmen die riesigen Abschreibungen bei Merrill Lynch (ML) nachdenklich. ML ist sicher nicht die am schlechtesten geführte Bank in den USA. Was passiert mit denjenigen Banken, die mit einer wesentlich schlechteren Infrastruktur im Bereich Risiko Management am Hypothekenmarkt mitmischen?
Vielleicht werden nicht nur die Zinsen gesenkt, sondern gleichzeitig ein riesigen Notprogramm von zig Milliarden Dollar gestartet, um einige der größeren Player am Markt zu retten, oder zumindest zu stabilisieren. Einige Pleite-Kandidaten gibt es sicher, wie uns die Charts verraten.
Dazu passt, dass neben dem Ölpreis auch der Goldpreis von
einem Hoch zum nächsten klettert. Und das liegt garantiert nicht
an den geringen Ölbeständen. Die hohen Preise für Öl und Gold sind
nichts weiter als die Folge der massiven Flucht aus dem Dollar. Da
kann US Finanzminister Paulson (ex Goldman Sachs) so oft wie er will
in die Kameras sagen, dass er für einen starken Dollar eintritt. In
Wirklichkeit zwingen
drängen er und seine Freunde aus den großen Investmentbanken
die Fed dazu, ihnen durch massive Zinssenkungen die Verluste zu ersparen,
die sie selbst zu verantworten haben. Auf Kosten des Außenwertes des
Dollars, und auf Kosten des normalen Bürgers.
Noch einmal zurück zu den Problemen bei den Gläubigern der dubiosen Kredite und Hypotheken. Wer könnte denn der heißeste Kandidat für Chapter 11 sein? Habt Ihr eine Idee?