Übertriebene Panikreaktion oder Vorbote von Schlimmerem?
Guten Morgen!
Nach dem Abverkauf von über 3% in den wichtigsten U.S. Indizes konnten diese sich in der zweiten Handelshälfte noch auf “nur” ca. -2% wieder erholen. Es heißt ja, dass in der zweiten Handelshälfte – und hier besonders am Donnerstag und Freitag – das sogenannte “Smart Money”, das schlaue Geld, also die Professionellen Marktteilnehmer agieren. Heute und Anfang nächster Woche muss sich herausstellen, ob es wirklich schlau war, in dieser Situation long in den Markt zu gehen, also ob es eine Überreaktion aus Angst vor dem Platzen einer eventuell existierenden Kreditblase ist, oder wirklich mehr dahinter steckt. Charttechnisch ist jedenfalls einiges an Porzellan zerschlagen worden.
Heute kommen wenige Neuigkeiten aus der Konjunktur. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt der USA sollten schon eine gewisse Stärke der U.S. Wirtschaft andeuten, um die Angst vor der Kredit-Krise (credit crunch) abzuschwächen.
Wie vorgestern schon geschrieben, sollte man den Japanischen Yen genau beobachten, der im gestrigen Handelsverlauf von 120,5 Yen pro Dollar auf 118 JPY/USD gestiegen ist (und auch gegen den Euro). Aktuell gibt er wieder etwas nach, aber wenn die Carry Trader ihre in Yen aufgenommenen Kredite zurückzahlen wollen, dürfte die Nachfrage nach dem Yen weiter zunehmen, dieser weiter steigen und weitere Marktteilnehmer veranlassen, ihre Carry Trades glatt zu stellen.
Die Vorgaben aus Asien sind aktuell (ca. 7:20 Uhr ) wie zu erwarten tiefrot: Nikkei -2,3%, Hang Seng -1,9%, der Kospi -3,7%.
Ich wünsche Euch einen erfolgreichen Handelstag und ein schönes Wochenende. Das haben wir uns nach dieser Woche auch verdient.
Termine
- Vorbörsliche Quartalszahlen u.a. von Linde, Julius Baer, Infineon, Volkswagen, Chevron
- 08:00 Uhr DE GfK-Konsumklima August
- 14:30 Uhr US Gross Domestic Product
- 16:00 Uhr US Consumer Sentiment
Hi Olaf,
hat mich zwar auch auf dem falschen Fuß erwischt, aber so macht Börse Spass!
In den USA wird die Subprime Krise sicher auch noch in 2008 Opfer fordern, aber warum stürzen Aktien wie Eon um 4% in wenigen Tagen ab? Die haben mit dem ganzen nun mal wirklich gar nichts am Hut, sie verdienen gut und ich hoffe, dass die Aktienrückkaufprogramme noch etwas Pulver haben!
Generell sollte sich der Aktienmarkt nun trennen. Die soliden Aktien ins Körbchen, die Aktien, die sehr hohe Schulden auf dem Buckel haben (z.B. Tui) und sich bald sehr teuer refinanzieren müssen aufs Abstellgleis!
Interessant wird sein, was sich die FED und die EZB denken, macht die EZB munter weiter, oder kommt noch eine zaghafte Erhöhung und dann ist Schluss. Meinst du das die Märkte auf die Zentralbanken einen großen Einfluss haben?
Hi Philipp!
Bei solchen negativen Märkten kommen fast alle Aktien unter die Räder, genau wie in extrem positiven Phasen auch der größte Mist mit hochgezogen wird. Deswegen sollte man ja auch immer nur mit der Marktrichtung handeln. Die Fed wird den Markt bestimmt nicht mit einem Zinsschritt überraschen, sondern mit entsprechenden Aussagen darauf vorbereiten, (sobald sie ansatzweise wissen, was sie tun sollen…). Aber dass sie unabhängig von anderen Faktoren die Zinsen senken, nur damit der Dow auf 20000 Punkte klettert bezweifele ich. Ich sehe sie momentan eher in dem Zwiespalt, dass sich die Wirtschaft am Rande einer Stagnation befinden, während die Inflation eher steigt. Und das ist kein besonders gutes Szenario, da bei schrumpfender Wirtschaftsleistung die Zinsen erhöht werden müssten.
Nebenbei bemerkt: dass Börse Spaß macht, wenn man auf dem falschen Fuß erwischt wird, ist mir neu. :-?
Ich denke, das ist nur ein kurzfristiger Effekt. Die Märkte sind stark gestiegen und viele Marktteilnehmer unsicher. Und das ist gut so ;-)
Ich rechne damit, daß der Markt spätestens zum Ende der Sommerferien wieder richtig durchstartet und wir in diesem Jahr noch die 9.000 Punkte sehen.