Ich habe mir gerade einmal einige Beiträge in den “Diskussionen” auf wallstreet online zum Thema Russoil, Markus Frick, Börsenbriefe et cetera pp durchgelesen. Nach den dramatischen Kursverlusten bei Star Energy (S8Z1, WKN A0H1KV, ISIN US85511V2034), StarGold (STZA, WKN A0LE2S, ISIN US85528Y1091) und Russoil (DQA1, WKN A0MSKW, ISIN US78307Y1010) wird da jetzt nach Hilfe von Aufsichtsbehörden, der Presse, der Staatsanwaltschaft usw. geschrien. Das macht man natürlich nur, wenn man Geld verloren hat. Läuft die ganze Börsenbrief-Maschinerie für einen in die richtige Richtung, dann wird natürlich nicht die BAFin angerufen. Niemand würde sich z.B. beschweren mit “Meine Aktien machen an einem Tag 70% Plus. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen! Wo bleibt die BAFin?”.

Jeder Marktteilnehmer an der Börse muss doch wissen, dass er allein gegen alle kämpft. Dr. Alexander Elder nennt den Markt in seinem Buch Die Formel für Ihren Börsenerfolg. Strategie, Money Management, Psychologie. (der üble “Provisions – Abkassier – Werbelink” führt zu Amazon) ein Haifischbecken, in dem zusätzlich auch noch Piranhas schwimmen. Die Haie sind die anderen Trader, die Dir ein großes Stück heraus reissen wollen, die Piranhas sind die Broker und Market Maker, die bei jedem Trade mit Gebühren und Slippage ein kleines Stück von Dir abbeissen. Wenn Du Dir darüber nicht im Klaren bist, dann wirst Du an der Börse Geld verlieren. Es gibt keinen Guru, keinen Börsenbrief, der Dir langfristig Gewinne bringen und Dich reich machen wird. Alle wollen immer nur Dein Bestes: Dein Geld!

Aber anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wird gejammert, geschimpft und geflucht. Von allen Seiten kommen die wildesten Verschwörungstheorien, die “geschädigten Anleger” reden von “Russenmafia”, die Herausgeber der Newsletter führen meistens leerverkaufende Short Seller, Banken oder Hedgefonds ins Feld. Als wenn die nichts besseres zu tun hätten, als eine Russoil zu shorten…

Viel schlimmer ist, dass zusätzlich noch Diskussionen aufkommen, welcher Börsenbrief, welcher Newsletter, welcher Guru noch vertrauenswürdig ist. Egal, ob sie nun “Rohstofftorpedo”, “Goldraketen” oder “Chinaböller” heißen, es ist letztendlich alles Quatsch! Es werden virtuelle Musterdepots mit virtuellen Aktien zu virtuellen Kursen geführt. Zitiert werden später nur die Gewinner, die Verlierer lässt man unter den Tisch fallen. Es kümmert sich ja auch kein Leser darum, denn das wäre mit Arbeit verbunden. Und genau damit sind wir beim Thema.

Um an der Börse erfolgreich zu sein und langfristig Gewinne zu machen, bedarf es Arbeit, viel harter Arbeit. Man muss die Märkte studieren. Aufwändiger und schwieriger noch, man muss sich selbst studieren, die eigenen Schwächen und Fehler erkennen und unter Kontrolle bringen. Du kannst nur Dich selbst kontrollieren, nicht den Markt, und auch nicht einen Autoren und Musterdepots eines Börsenbriefs.

Als erstes wäre es zum Beispiel gut, zu verstehen, dass der Kurs einer Aktie die momentane Übereinstimmung von Käufern und Verkäufern über den Wert dieser Aktie ist. Fast völlig unabhängig vom wahren Wert des Unternehmens ist alles abhängig von Angebot und Nachfrage. Werden mehr Aktien nachgefragt als angeboten, so steigt der Preis. Werden mehr Aktien angeboten als nachgefragt, so fällt der Preis. Ich bin selbst oft auf der Short-Seite unterwegs, aber Aktien solider Firmen in einem soliden Aufwärtstrend würde ich nie shorten. Auch Banken oder Hedgefonds würden die Aktien eines profitablen oder aussichtsreichen Unternehmens nicht mit “zweistelligen Millionenbeträgen” shorten, nur um einem Börsenbrief eins auszuwischen. Was für ein grenzenloser Humbug!

In Anbetracht der aktuellen, hitzigen Diskussion wäre es vielleicht auch gut, zu verstehen, dass fast alles im Leben nach diesem Prinzip funktioniert: Angebot und Nachfrage.

Wie ich in einem Beitrag gelesen habe, wird von einem Fernsehsender gefordert, zu einer Börsensendung eine Stellungnahme abzugeben und/oder diese einzustellen. Was für ein Schwachsinn! Die lachen sich doch gerade einen Ast! Die wissen genau, dass alle wissen wollen, ob Russoil, Star Energy oder StarGold in der nächsten Sendung erwähnt werden, und erhöhen gerade die Preise für die Werbespots. Angebot und Nachfrage.

Deswegen wird die nächste Sendung alle bisherigen Einschaltquoten übertreffen. Anstatt zu fordern, dass die Sendung nicht mehr ausgestrahlt wird, wäre es besser, sie nicht mehr anzuschauen. Ohne Quote keine Sendung – Angebot und Nachfrage.

Das gleiche gilt für Börsenbriefe oder Diskussionsforen im Internet. Wenn Ihr denkt, etwas sollte eingestellt werden, dann ignoriert es. Ohne Leser kein Börsenbrief, ohne Nutzer kein Diskussionsforum. Angebot und Nachfrage.

Ich hoffe, dass ich mit dem folgenden Zitat niemandem zu sehr auf den Schlips trete, aber oft sind direkte, harte Worte das einzige, was hilft.

“Die Bullen machen Geld, die Bären machen Geld, aber Schweine und Schafe werden geschlachtet. Ein Bulle ist ein Käufer [...], ein Bär ist ein Leerverkäufer [...]. Schweine sind gierig. Sie werden geschlachtet, während sie handeln um ihre Gier zu befriedigen. [...] Schafe sind passive und ängstliche Trendfolger, sie hören auf Tipps und Gurus. Manchmal setzen sie sich das Horn des Bullen auf oder ziehen sich eine Bärenhaut über und versuchen zu schwindeln. Man erkennt sie aber an ihrem erbärmlichen Blöken, wenn der Markt wild wird.” – Dr. Alexander Elder in seinem Buch Die Formel für Ihren Börsenerfolg. Strategie, Money Management, Psychologie.


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