Angeregt durch einen Kommentar von kapitalmarktexperten.com zu dem Auftreten der “Three Black Crows” bei den Kurseinbrüchen in China und dem abermaligen Auftreten dieser Candlestick Chartformation in der letzten Woche sowohl beim DAX als auch beim Dow Jones, S&P 500 und beim Nasdaq Composite habe ich mich ein wenig mit dem Candlestick Chartmuster der Three Black Crows (drei schwarze Krähen) beschäftigt. Dieses Candlestick Chartmuster wird von dem “Candlestick-Papst” Steve Nison, der diese Charttechnik in den USA bekannt gemacht hat, in seinem Buch “Technische Analyse mit Candlesticks” (s. unten) genau beschrieben. Laut Nison sagen die “Three Black Crows” weiter fallende Kurse voraus und liegen dann vor, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Die drei Kerzen müssen eine schwarzen Körper haben, d.h. der Schlusskurs muss unter dem Eröffnungskurs liegen.
  • Die drei schwarzen Kerzen müssen auf hohem Preisniveau oder nach einem fortgeschrittenem Anstieg auftreten.
  • Der Schlusskurs sollte möglichst nahe am Tief liegen.
  • Die Eröffnung der einzelnen Kerzen sollte im Körper, d.h. zwischen Eröffnung und Schluss, der vorhergehenden Kerze liegen.
  • Der Eröffnungskurs der ersten schwarzen Kerze sollte unter dem Hoch der vorhergehenden Kerze liegen.
  • Die Kerze vor der ersten schwarzen Kerze der Three Black Crows sollte einen weißen Körper haben, d.h. der Schlusskurs sollte über dem Eröffnungskurs liegen.

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Steve Nison

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Bis auf das Auftreten auf einem hohen Preisniveau oder nach einem fortgeschrittenen Preisanstieg sind die Bedingungen ja relativ klar definiert. Ich habe obigen Punkt folgendermaßen interpretiert. Um die Bedingung “hohes Preisniveau” zu erfüllen, muss das Hoch der Kerze vor den “Three Black Crows” über dem Hoch vor 50 und vor 21 Tagen liegen und darf maximal 2% unter dem Hoch vor 10 Tagen liegen (ich habe die Tagescharts benutzt). Zusätzlich zu dieser kurzfristigen Bedingung muss auch ein langfristiges Hoch erreicht worden sein. Dafür müssen die Drei schwarzen Kerzen 10% über dem Hoch vor 250 Handelstagen und 20% über dem Hoch vor 500 Handelstagen liegen, was einem fortgeschrittenen Preisanstieg entspricht.

Zusätzlich habe ich noch zwei weitere Bedingung in Anlehnung an Bedingung 3.) definiert, um Kerzen mit kleinem Körper herauszufiltern, bei denen Eröffnung und Schluss nahe beieinander liegen. Wenn echter Verkaufsdruck vorherrscht, dann muss nicht nur wie in 3.) der Schlusskurs nahe am Tief liegen, sondern die Eröffnung muss nahe am Hoch stattfinden. Desweiteren müssen die drei schwarzen Kerzen zu einem signifikanten Kursrückgang um mindestens 2% führen.

Diese Bedingungen habe ich gewichtet und damit in verschiedenen Indizes (z.B. DAX und im S&P 500) nach dem Auftreten der “Three Black Crows” gesucht. Es folgen einige Charts, in denen ich die gefundenen “Three Black Crows” durch eine Ellipse markiert habe (für größere Darstellung anklicken):

Tageschart des DAX vom 30.10.1998

Das Top im Juli 1998 verstösst gegen einige Bedingungen, so dass es bei meinen strikten Filterregeln leider nicht gefunden wurde. Vor 1997 wurden vermutlich keine Muster gefunden, weil die Daten mies sind. Zumindest sieht der Chart ganz danach aus…

Tageschart des DAX vom 1.2.2001

Die nächsten Treffer gibt es erst wieder im Jahr 2000. Hier wurde die Candlestick Chartformation mit den eingestellte Filterregeln sogar fünfmal gefunden, am 13.3., 30.3., 17.5., 21.6. und am 8.9. Das langfristige Top wurde also durch das Auftreten mehrerer “Three Black Crows” genau vorhergesagt.

Tageschart des DAX vom 8.6.2007

Nach einer langen Pause findet sich der nächste Treffer erst am 23.11.2006, dem aber keine Trendumkehr des Marktes folgte. Die nächsten “Three Black Crows” traten dann letzte Woche auf. Folgt nun eine kurze Korrektur, oder bildet sich gerade ein langfristiges Top (bzw. dann sogar mit dem Jahr 2000 ein Doppeltop)? Wir werden sehen.

Ok, ok, ein paar Treffer bei wenig guten Daten sind nicht wirklich aussagekräftig. Deswegen habe ich mit den gleichen Regeln im S&P 500 nach den “Three Black Crows” gesucht. Weiter geht’s bald im Teil 2.

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