Was zählt an der Börse?
Das erklärt uns Ken Fisher in seinem Augen öffnenden und zum
(selbstständigen) Denken anregenden Buch Das zählt an der Börse (→ Amazon).
Der Titel der englischen Originalausgabe lautet The Only Three Questions That Count (→ Amazon)
,
also “Die drei einzigen Fragen die zählen”, und ist damit näher am Inhalt des Buches.
Die drei Fragen, die es sich zu stellen gilt, sind
- 1. Was von dem, das ich glaube, ist in Wirklichkeit falsch?
- Unter diesem Punkt räumt Fisher mit den “populären Irrtümern” an der Börse auf, z.B. dass ein hohes (niedriges) KGV fallende (steigende) Kurse bedeutet, oder dass ein hohes Haushaltsdefizit schlecht für den Aktienmarkt sei.
- 2. Was kann ich ergründen, was für andere unvorstellbar scheint?
- An Beispielen wie dem “Y2k-Problem” oder der aktuellen Lage der inversen Zinskurve in den USA zeigt Fisher auf, wie man über den Tellerrand hinaus weiter denken kann, als die große Mehrheit der Investoren, und wie man diesen Wissensvorteil für die erfolgreiche Kapitalanlage nutzen kann. Im ganzen Buch finden sich Anleitungen, wie man Datenquellen im Internet nutzen und die Daten mit einer Tabellenkalkulation wie Excel oder OpenOffice selbst auswerten kann.
- 3. Was macht mein Gehirn gerade, um mich in die Irre zu führen?
- Zu dieser Frage geht Fisher auf die Behavioral Finance ein und begründet seine Aussage “Dein größter Feind beim Investieren ist dein Gehirn.”
Das Buch ist absolut lesenswert, ein “must read”, mit viel Witz geschrieben, mit Seitenhieben auf Medien und Politik gespickt und im wahrsten Sinne des Wortes ein Augenöffner. Vieles von dem, was ich bisher als feste Tatsache angesehen habe – und weil es ja jeder als Tatsache ansieht und es auch durchaus logisch erscheint, wird nicht hinterfragt - ist bis auf das Fundament erschüttert worden. Ich stehe dem, was als Allgemeinwissen an der Börse existiert, und vor allem den Nachrichten und Aussagen der Medien jetzt deutlich skeptischer gegenüber, hinterfrage alles und versuche Unstimmigkeiten zu finden. Unbedingt lesen!