Steigender Goldpreis im Aktiencrash?
Im Aktien-Blog in einem Artikel über die Bravo Venture Group (B6I, ISIN CA1056701032, WKN 904794) schreibt Nico Popp, dass der “vermeintlich sichere Hafen Gold völlig unerwartet” reagiere, wenn der Preis für das Edelmetall in Zeiten von Unsicherheit und fallenden Aktienkursen ebenfalls stark nachgebe. Was ist denn bisher mit dem Goldpreis passiert, wenn die Aktienmärkte eingebrochen sind? Die folgenden Beispiele zeigen deutlich, dass das weitverbreitete “Wissen” über einen steigenden Goldpreis bei fallenden Aktienkursen ein Ammenmärchen ist.
Die starken Kursrückgänge der Jahre 2000 / 2001 dürften jedem Leser bekannt sein. Der S&P 500 fiel innerhalb weniger Monate von 1500 auf 1100 Punkte. Und was hat der Goldpreis gemacht? Er ist auch gefallen, von $300 auf bis zu $260.
Als weiteres Beispiel habe ich den Crash von 1987 gewählt. Wie man sehen kann, ist der Goldpreis während des Kurseinbruchs keinesfalls in die Höhe geschnellt, sondern hat eher seitwärts tendiert, allerdings unter erhöhter Volatilität.
Als drittes Beispiel habe ich das Jahr 1980 herausgesucht, in dem der Goldpreis von sein bisheriges Allzeithoch von über $800 erreichte. Was hat der Aktienmarkt in der Zeit gemacht? Er tendierte zuerst seitwärts und anschließend auch nach oben, aber es gab keine starken Kurseinbrüche. Ganz im Gegenteil: als die Aktienkurse Anfang 1980 nachgaben, fiel auch der Goldpreis wieder von $800 auf $500.
Dazu passt ein Zitat aus einem Buch, dass ich gerade lese:
Eine meiner Lieblingsfragen auf meinen Seminaren ist: “Wenn die Aktienmärkte
zusammenbrechen, was macht der Goldpreis?” Die Antwort der Investoren ist
einstimmig: “Gold wird abheben!” ruft die Menge zurück. – Larry Williams in
seinem Buch
Die richtige Aktie zur richtigen Zeit
(Link führt zu Amazon).
Der Goldpreis steigt hauptsächlich nur aus zwei Gründen: I) kommerziell physische Nachfrage und II) steigende Inflation. Eine Rezession einer großen Industrienation oder ein Crash bei den Aktien wirkt sich auf die gesamte Konjunktur negativ aus, auch auf die Goldindustrie. Und damit auch auf den Goldpreis. Gold ist in Zeiten fallender Aktienkurse keine Anlagealternative (zumindest nicht auf der Long-Seite).
Für einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Märkten empfehle ich folgende Bücher:
- Update 10:40 Uhr
- Wie weit verbreitet diese Annahme vom steigenden Goldpreis bei fallenden Aktienkursen ist, zeigt auch das Interview “Eine kleine Panik” mit Joachim Goldberg von der Cognitrend GmbH in der heutigen Ausgabe der FAZ: “So ist Gold, die klassische Krisenanlage, in dieser Woche von 685 auf 660 Dollar je Unze gefallen.”
Schöner historischer Vergleich. Allerdings kommt zu den aktuellen Kursrückgängen auch noch die Angst vor einem “hard landing” und weltweiter Inflationsangst – Öl tendiert ja in den letzten Tagen wieder deutlich freundlicher. Unter diesen Umständen hatte ich nicht mit einem Rückgang von Gold unter die 655 Dollar gerechnet.
Von Gold als Krisenwährung (egal in welcher Krise) muss man sich wohl verabschieden. Das Edelmetall wurde in den letzten Jahren immer mehr zum Spekulationsobjekt – klar dass hier auch Mittel abgezogen werden. Bestimmt ist billiges Geld aus Japan auch in Gold geflossen…
Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass ich in meinem Artikel vom “vermeintlich sicheren Hafen Gold” schreibe. Das impliziert eine gewisse Skepsis gegenüber der allgemein vorherrschenden Meinung über Gold als Krisenwährung und relativiert auch das “völlig unerwartet”. Deshalb bitte ich Dich, mich mit “vermeintlich” zu zitieren. So viel Zeit muss sein. :)
Hallo Nico! Kein Thema, ich habe das Wort “vermeintlich” in das Zitat eingefügt. Ich will hier ja auch gar nicht den besserwissenden Oberlehrer heraushängen lassen, da ich selbst früher an einen solchen Zusammenhang geglaubt habe, bis ich durch das Lesen einiger Bücher und von historischen Charts eines besseren belehrt wurde und nun weiß, dass es den Zusammenhang eben nicht gibt. Man übernimmt einfach viel zu viel aus den Medien, ohne eigene Überprüfung und ohne eigenes Nachdenken. Ich schließe mich da ausdrücklich mit ein!
Kein Thema, danke für die interessanten Fakten.
Es ist auch die Frage, wann der “sichere Hafen” überhaupt gebraucht wird. Die Gold-Fans sprechen ja auch immer vom Niedergang der us-amerikanischen Volkswirtschaft und dass genau dann Gold zum Höhenflug ansetzt. Dazu haben wir leider außer 1929 wenig Vergleichsmöglichkeiten. 1929 bestand zudem noch die Goldpreisbindung des Dollars.
In einer Hyperinflation muss das Geld ja auch irgendwo hin, nur sind wir davon noch entfernt, bzw. kann sich das kaum jemand richtig vorstellen. Ich denke – auch nach der Lektüre Deines Artikels – dass in der Korrekur mehr oder minder pauschal Geld abgezogen wird und daher auch Gold leidet. Was in der Weltwirtschaftskrise mit dem Goldpreis passiert müssen wir (nicht wirklich) sehen.
[...] Trader’s Quest hat sich die Entwicklung des Goldpreises im Vergleich zu der allgemeinen Aktienentwicklung angeschaut und – für mich eigentlich nicht überraschend – keine Bestätigung dafür gefunden, dass das Gold in “schwierigen Börsenphasen” als sicherer Hafen fungieren, ergo steigen, soll (Steigender Goldpreis im Aktiencrash?). [...]
Bei fallenden Aktienkursen, und erst recht im Rezessions- oder schlimmer noch Deflationsszenario wird Gold ebenfalls nachgeben. Schauen wir uns doch einmal die Angebots- und Nachfrageseite an: im Moment liegen 590 Tonnen spekulatives Gold in den Lagern der ETFs, die in physisches Gold investieren. Im Januar waren es “nur” 560 Tonnen, ich bin auf die Entwicklung im Umfeld eines fallenden Goldpreises gespannt.
Obwohl das Gold wirklich gekauft und gelagert wird, spreche ich hier ausdrücklich von spekulativer Anlage, da hinter den Investoren dieser ETFs keine echte kommerzielle Nachfrage vergleichbar z.B. mit der Schmuck- oder Elektronikindustrie existiert. Und die Bundesbank, die Fed, die Banken von England und Japan werden auch nicht zögern, ihre Goldvorräte bei hohen Preisen weiter abzubauen, wo sie doch sehen, dass das Drucken von Unmengen von Papiergeld ohne echten Gegenwert wunderbar funktioniert.
[...] Untersuchung des Blogs Tradersquest hat gezeigt, dass Gold während kurzfristigen Kurseinbrüchen an den [...]
Zum Gold nur eins:
auf lange Sicht gibt´s für eine Unze Gold immer 100 Laib Brot.
Mir leuchten die Argumente von Nico im Rahmen
seines Artikels generell ein.
Ich überlege momentan für ca. 70.000 € Gold zu kaufen,da ich dieses Geld geerbt habe und mir damit mein Studium finanzieren möchte.
Dieser Betrag umfasst mein komplettes Vermögen.Ich möchte es Krisensicher anlegen.
Ich habe mir bereits überlegt bei proaurum.de Gold einzukaufen den Barren zu je 1000g.Vor ca.14 Tagen hat der 1000g-Barren 20.159 € gekostet.
Jetzt kostet dieser 21.119 €.
@Verfasser:Beantworte doch bitte die folgenden drei Fragen:
1.)Die Frage ist,ob es momentan Sinn macht sich Gold zu kaufen?Oder ob man eher ein anderes Edelmetal,wie z.B. Platin erwerben
sollte.Falls ja welches?
2.)Macht es Sinn pyhsisch Gold anzukaufen und sich dieses liefern zu lassen,um es in einem Bankschliessfach einzulagern?
3.)Sind Erträge aus Goldkäufen steuerfrei?
Falls nein,wie hoch ist der aktuelle gängige
Steuersatz?
4.)Wo findet man Daten zum Goldpreis und zum S&P zum “Schwarzen Freitag” des Jahres 1929?
5.)Wofür steht die Abkürzung S&P?Für Standards and poors,oder?
Für eine baldige Antwort wäre ich dankbar.
Ich habe Dir eine Email geschickt.
Wenn Gold nicht die krisensichere Anlageform ist, was dann? Was würdet ihr empfehlen, wenn man heutzutage etwas paranoid ist und gerne eine sichere Anlageform wählen möchte sagen wir mal mit dem geringsten Verlustrisiko (Gewinne mal ganz rausgenommen). Ist Gold nicht stabil genug? Man kann sich ja schlecht den Keller voll Zigaretten machen und in schlechten Zeiten damit tauschen gehen…. oder vielleicht doch ?!
Im Moment kauft jeder Gold. Absoluter Hype. Die ETF haben das Zeugs tonnenweise in den Lagern.
Bei einer ansteigenden Inflation ist natürlich Gold erste Wahl. Vermutlich wird mein hier einmal geäußertes Wunschziel von $750 nicht mehr erreicht und ich werde ein wenig teurer kaufen müssen.
Sollte die Weltwirtschaft sich aber besser weiter entwickeln als alle denken, so werden Aktien von solide Unternehmen (ex Banken, Broker, Häuslebauer) z.B. aus den Bereichen Telekommunikation, Halbleiter, etc. bessere Anlagen als Gold darstellen.
Hallo! Am 06.03.2008 hat “Mister x” die Frage zum Goldpreis am “schwarzen Freitag”, also den 25.10.1929 gestellt und Olaf hat ihm da wohl etwas zukommen lassen. Vielleicht könnt ihr uns auch helfen, denn wir suchen die Goldpreisentwicklung (mit den tatsächlichen Goldpreisen) ab ca. 24.10.1929, also noch vor dem schwarzen Freitag und bis über diesen hinaus. Leider haben wir im Internet kein Diagramm oder ähnliches darüber gefunden. Weiß jemand von euch mehr? Würden uns sehr darüber freuen! Herzlichen Dank!
Der Goldpreis wurde durch die feste Bindung zwischen Dollar und Gold bis zum Jahr 1968 einfach festgelegt: http://www.nma.org/pdf/gold/his_gold_prices.pdf
Vielen herzlichen Dank! Das ist wirklich klasse mit dem Link! Schönen Abend noch!
Gern geschehen
Goldpreis fallend?. Schaut euch mal den Goldpreis einer Unze von 2000 an.
Oder wie mein Banker so schön sagte, Gold erwirtschaftet keine Zinsen-nehmen
sie doch unsere Fonds. Nicht zu vergessen im Jahre 2000 war die Welt noch
in Ordnung, da hatte ich noch Vertrauen in schön bedrucktes Papiergeld.
Fakt ist eines, schon vor 1000 Jahren wurde mit Gold bezahlt – jedes Papiergeld war schon mehr oder weniger einmal wertlos. (Reichsmark-Ostmarkt -
Dmark-Euro usw.
Der aktuelle Anstieg des Goldpreises geht doch wohl über die Inflation hinaus. Wobei mir allerdings der Begriff Inflation nicht ganz klar ist, es geht ja wohl nicht nur um die Geldmenge, sondern um die Verfügbarkeit. Zuviel Geld ist doch bei den Banken wohl schon länger unterwegs, etwa durch Weiterverkäufe von Krediten etc., während ich die Situation im deutschen Binnenmarkt zeitweise eher als deflationär empfunden hatte.
Während sich das Geld an den Börsen zu schnell bewegt, fehlt es beim Konsumenten. Wenn nun das Geld -womöglich kurzfristig- in Edelmetalle investiert wird, ist es ein Zeichen für fehlende Alternativen, eine Spekulation wie jede andere auch, oder ein Indiz für einen veränderten Geldwert?
Die große Nachfrage nach Gold resultiert meiner Meinung nach im Moment aus der extrem hohen Risikoscheu der Anleger. Neben den (vermeintlich) sicheren Staatsanleihen setzen viele auf Gold als Vermögen erhaltende Anlageform. Schließlich hat Gold dieses – unter Schwankungen – seit Jahrtausenden bewiesen.
Es gibt für die Zeit nach der Krise zwei Alternativen:
i) Die Wirtschaft und vor allem der Kreditring unter den Banken kommt wieder richtig in Schwung. Die in den letzten Wochen ins System gepumpte Liquidität wird dann zu einer seit den frühen 80ern nicht mehr da gewesenen Inflation führen. Gold steigt auf $1500 oder sogar $2000
ii) Das Finanzsystem (in welcher Form auch immer) wird stabilisiert, die Weltwirtschaft stagniert oder wächst langsam. Inflation ist keine Bedrohung, und der aktuelle Goldpreis wird sich als eine auf Panik basierende Blase herausstellen.
Tatsächlich ist hier eine differenzierte Betrachtung vonnöten. Der Goldpreis weist nicht unbedingt einen Zusammenhang mit den Aktienmärkten auf. Ergo geht ein steigender Goldpreis nicht notwendigerweise mit fallenden Aktienmärkten einher. Sicherlich ist Gold jedoch eine Anlage, die als krisensicher empfunden wird. In Zeiten großer Unsicherheit hat der Goldpreis also durchaus das Potenzial zu steigen.
Grundsätzlich sollte am Anfang der Betrachtung die Frage stehen, warum die Aktienmärkte fallen. Platzt eine Blase, die durch Übertreibungen entstanden ist, wird der Goldpreis nicht notwendigerweise steigen, denn schnell erkennen die Anleger, dass hinsichtlich der Aktienmärkte nur eine logische und notwendige Korrektur erfolgt. Fallen die Aktienmärkte jedoch, weil eine große Unsicherheit bezüglich der allgemeinen wirtschaftlichen Lage herrscht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Goldpreis steigt, durchaus höher. Wird ein Kollaps der Weltwirtschaft befürchtet und sogar der Bestand von Währungen angezweifelt, kann der Goldpreis explodieren.
Grundsätzlich sollte man sich vergegenwärtigen, dass ein Engagement in Gold viel mehr emotionsgebunden ist, als eine Investition in Aktien. Bei einem Aktienengagement wird wohl vor allem davon ausgegangen, dass das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, an denen man teilhaben möchte. Bei einem Engagement in Gold steht entweder die Sicherung des Vermögens im Vordergrund oder die Vermutung, dass der Preis steigt, weil andere sich engagieren. Einen natürlichen Wertzuwachs erfährt das Gold ja ansonsten nicht.
In den 80er-Jahren publizierte die Zeitschrift Capital einen interessanten Artikel, der aussagte, dass der Goldpreis explodieren würde, wenn sich mehrere Großinvestoren (damals wurde z.B. der Name Soros genannt) in diesem Bereich ernsthaft engagieren würden.
Also bleibt die Erkenntnis: So wie die Werte der „New Economy“ Ende der 90er-Jahre in die Höhe schossen, kann auch der Goldpreis in die Höhe schießen, wenn viele Spekulanten hier Geld verdienen wollen.
SEHR GUT GEMEINTER HINWEIS
GOLD STEIGT ERST AUF 1200$ vieleicht SOGAR 1400$ um dann auf 600$ ZU fallen
ERST DANN SOLLTET IHR GOLD KAUFEN
Hallo
Ich würde ja sagen, Gerüchte hin oder her, man darf Gold als Anlage nicht unterschätzen. Wie heißt es so schön? Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ;-) Über längere Zeit wird sich der Preis so oder so wieder stabilisieren – so war es schon immer und so wird es auch immer bleiben
Gruß, Konstantin
Hallo,
wie sehen denn die aktuellen Einschätzungen aus?
Gold ist ja ein wenig eingebrochen. Was glaubt ihr, wird es weiter wie die letzten Wochen/ Monate steigen oder erleben wir eine Korrektur?
Wann würdet ihr kaufen?
Gibt es irgendwor ein Chart mit Entwicklung Goldpreis zu € oder $ jedoch unter Einbeziehung der tatsächlichen Kaufkraft?
Grüße, G.S.
[...] auch der Goldpreis tradersquest.de This entry was posted in All. Bookmark the permalink. ← [...]