Der Markt für Credit Default Swaps (CDS) hat in den letzten Jahren ein stürmisches Wachstum erfahren. CDS stellen eine Art Versicherung gegen den Ausfall von Krediten dar, dienen also dazu, das Risiko, dass ein Schuldner zahlungsunfähig wird, gegen eine Prämie an andere weiterzureichen. Wie an der Abbildung zu sehen ist, steigt die Summe der ausstehenden CDS exponentiell an, so dass sich mancher in einem Vergleich mit dem Nikkei von 1984 bis 1989, dem Nasdaq Composite von 1995 bis 2000 und dem aktuellen Immobilienboom schon fragt, was die echte Blase ist.

Volumen ausstehender CDS
Volumen ausstehender CDS (große Abbildung)

Im ersten Halbjahr 2006 belief sich die Summe ausstehender CDS auf unvorstellbare 26 Billionen Dollar ($26.000.000.000.000). In einem Papier der Deutschen Bundesbank von 2004 heißt es

Eine breitere Verteilung der Kreditrisiken verbessert insgesamt die Fähigkeit des Finanzsystems, Schocks zu absorbieren. Auf der anderen Seite kann die Entwicklung der CDS-Märkte auch mit Risiken verbunden sein, etwa dann, wenn die Gefahr systemischer Krisen auf Grund neu entstandener Ansteckungskanäle zunimmt.

OK, wir haben hier also ein modernes Finanzinstrument, mit dem man Kreditrisiken gegen eine Prämie absichern kann. Die Verteilung von Risiken passt in die heutige komplexe, hochtechnisierte Finanzwelt. Gestern trafen sich Vertreter der wichtigsten Finanzaufsichtsbehörden mit den 16 führenden Handelshäusern für Derivate. Warum? Man glaubt es kaum: Das schnelle Wachstum dieses Marktes habe die die Infrastruktur der Banken überfordert. Im vergangenen Jahr sei ein Fünftel aller Transaktionen mit Kredit-Derivaten fehlerhaft gewesen, weil viele Geschäfte nicht elektronisch, sondern mit Fax und Notizblock abgewickelt wurden. :o

Wie bitte??? Transaktionen von Tausenden Milliarden Dollar auf Schmierzetteln irgendwo in den Schreibtischschubladen der Händler? Ich frage mich, was passiert, wenn wirklich mal ein großer Kredit komplett ausfällt. Equador? Thailand?

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