Ein Artikel von DIE WELT.de über die weitere Entwicklung des DAX trägt die Überschrift Strategen hoffen auf Jahresendrallye. – Wie bitte? Die Hoffnung muss an der Börse zuerst sterben, denn sonst stirbt sie zuletzt, also erst das Depot und dann die Hoffnung. Das Wort Hoffen muss man ganz schnell aus seinem Wortschatz streichen, wenn man an der Börse aktiv ist.

Weiter ist zu lesen, dass Frank Schallenberger von der LBBW nicht hofft: “Eine Jahresendrallye ist so sicher wie das Amen in der Kirche.” Auch eine zu feste Meinung, die man über den Markt erhebt, ist definitiv keine Grundlage für den Erfolg an der Börse.

Der Markt macht eben nicht das, was man hofft, oder was man will, und ein zu langes Festhalten an die eigene Hoffnung oder Überzeugung führt unweigerlich zu Verlusten. In den meisten Fällen führt das sogar zu sehr großen Verlusten, da man aufgrund der Hoffnung die Position bei weiter steigenden Verlusten hält, oder noch schlimmer, aufgrund der eigenen festen Überzeugung die Position “verbilligt” und immer weiter gutes Geld in einen schlechten Trade steckt. Und verliert.

Das sagte auch schon der Top-Trader Bruce Kovner in dem Interview mit Jack Schwager: “Wann immer ein Trader sagt ‘Ich will’, oder ‘Ich hoffe’ nimmt er eine destruktive Denkweise an, weil das seine Aufmerksamkeit vom Prozess der Analyse und Diagnose weg nimmt.”

Wenn Ihr also das nächste Mal bei einem Trade denkt “Ich hoffe, die Aktie XYZ steigt wieder.” oder “Das kann doch nicht wahr sein. Die Aktie ABC ist so tief gefallen, jetzt muss sie wieder steigen. Ich kaufe nach.”, dann stellt die Position glatt. Sofort! Das macht den Kopf frei und man kann viel klarer darüber nachdenken. Ein Wiedereinstieg in die Position ist ja jederzeit möglich.

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