Kürzlich erschien ein Artikel auf FAZ.NET über das anhaltend starke Wachstum bei Indexfonds. Darin heißt es:

Börsennotierte Indexfonds haben dabei eine Reihe von Vorteilen auch und gerade für Privatinvestoren, die im Gegensatz zu institutionellen Anleger diese Anlageklasse noch nicht richtig entdeckt haben.

In einer weiteren Meldung bei Yahoo! Finanzen heißt es: “Exchange Traded Funds auch für Amateuranleger geeignet“. Das Wirtschaftsmagazin Capital meint dazu, dass mit Indexfonds Anleger weltweit in nahezu alle Anlageklassen investieren können. Die Anleger warten zwar noch auf den ersten Gold-ETF, aber das ETF-Angebot wird ständig erweitert.

Diesen Aussagen kann ich uneingeschränkt zustimmen, da ich selbst den Nasdaq 100, den S&P 500 sowie den Dow Jones oft über die entsprechenden Indexfonds handele.

Was ist ein ETF?

Als erstes gilt es natürlich zu klären, was börsennotierte Fonds überhaupt sind. Börsennotierte Fonds sind – wie der Name schon sagt – an der Börse notiert. Das bedeutet, dass eine ständig aktualisierte Preisfestellung erfolgt und sie sind direkt wie Aktien ohne Ausgabeaufschlag handelbar sind. Im Englischen heißen sie Exchange Traded Funds (ETF). Unter den ETFs gibt es passiv und aktiv verwaltete Fonds. Bei passiven Fonds bildet das Portfolio einen festgelegten Index nach, z.B. den DAX oder den Dow Jones. Das geschieht in der Regel vollautomatisch durch Computer, während das Portfolio aktiv verwalteter ETFs durch einen oder mehrere Fondmanager zusammengesetzt wird. Erstere haben daher in den meisten Fällen sehr niedrige “Verwaltungsgebühren” von nur wenigen Zehntelprozent.

Welche Vorteile haben ETFs?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand, besonders für Privatanleger:

  • Diversifikation auch mit kleinen Beträgen
  • Kauf eines Portfolios von Aktien in einer einzigen Transaktion
  • Handel wie Aktien zu den üblichen Börsenzeiten ohne Aufschläge
  • Intraday-Trading möglich durch fortlaufende Preisfeststellung
  • ETFs gelten als Sondervermögen, Schutz vor Emittenteninsolvenz
  • Meist sehr liquider Handel bei geringem Spread
  • Trading von Indizes ohne Nutzung von Optionen, Futures oder sonstiger Derivate möglich
  • Partizipation an den Dividenden

Welche ETFs werden wo gehandelt?

Die bekanntesten ETFs sind wohl die ETFs, die die wichtigsten Aktienindizes in den USA nachbilden:

  • der Diamonds Trust (DIA, US2527871063, “Diamonds”) für den Dow Jones (Chart)
  • der Nasdaq 100 Trust (QQQQ, US6311001043, “Cubes”) für den Nasdaq 100 (Chart)
  • der Standard & Poor’s Depositary Receipt (SPY, US78462F1030, “Spider”) für den S&P 500 (Chart)
  • der iShares Russel 2000 Index Fund (IWM, US4642876555) für den Russel 2000 (Chart)
die täglich ein Handelsvolumen im Bereich einer Milliarde USD oder darüber haben. Man sollte aber ruhig auch einmal schauen, was es sonst noch gibt.

Die Listen handelbarer ETFs werden von den Börsen, an denen sie gehandelt werden können, herausgegeben. So hält die Deutsche Börse auf ihrem Portal für Privatanleger die Listen der auf Xetra handelbaren passiven Indexfonds (Download als PDF) und der aktiv verwalteten Fonds (Download als PDF) für interessierte Anleger bereit. Dort erhält man auch Informationen über die Verwaltungsgebühr, Kurse, Kurshistorien, Charts, den maximalen Spread, usw. Entsprechende Informationen veröffentlichen auch die Swiss Exchange sowie die Wiener Börse.

An diesen Börsen kann man z.B. Indexfonds für DAX, MDAX, Eurostoxx 50, FTSE 100, ATX, TOPIX, SMI, Nikkei, sowie branchenspezifische ETFs für den DJ Stoxx 600, Osteuropa und auch den Fond von Rohstoff-Legende Jim Rogers.

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