Minutenchart des S&P 500 vom 26. Juli 2006 um 19:50 Uhr
Minutenchart des S&P 500 vom 26. Juli 2006 um 19:50 Uhr

Gestern bei der Veröffentlichung des Beige Books kam es wie so oft bei der Veröffentlichung etwas komplexerer Zahlen (z.B. auch der EIA Petroleum Report während der Hurrican-Saison 2005) zu einem hektischen Hin und Her, bei dem man entweder schnell auf der falschen Seite des Marktes ist, oder als Volatilität- und Ausbruch-Trader bei beiden Positionen ein- und wieder ausgestoppt wird. Nichts für schwache Nerven. Ein Grund dafür, warum ich in der Regel 30 Minuten vor und nach wichtigen Veröffentlichungen nichts mache.

Im Folgenden ein paar Gedanken, die vielen hektischen kurzfristigen Tradern in den Sinn gekommen sein dürften. Alles nur Vermutungen, aber anders ist dieses kopflose Hin und Her meiner Meinung nach nicht zu interpretieren.

  1. 20:00 Uhr – Verkäufe kommen sofort rein. Den kompletten Bericht hat noch niemand gelesen, einige verkaufen evtl. aufgrund des quergelesenen ersten Absatzes. Viele sehen die fallenden Kurse und vermuten: “Das Beige Book muss schlecht ausgefallen sein. Schnell raus mit dem Zeug und short gehen!”
  2. 20:01 Uhr – “Nee, moment! Es kommen ja starke Käufe rein. Das Beige Book scheint doch positiv zu sein. Schnell die Position wieder drehen.”
  3. 20:04 Uhr – “Mist! Schon wieder ein Fake! Das ist jetzt die dritte Welle nach dem zweiten Richtungswechsel. Die ist immer richtig. Unter 1269 gehe ich short!”
  4. 20:08 Uhr – “Verdammt! Jetzt steigt der Markt schon wieder. Ich stelle erstmal glatt. Über Tageshoch gehe ich long. Bis dahin wird wohl irgendjemand den Bericht gelesen haben. Dann ist die Sache klar.”
  5. 20:17 Uhr – “Neues Tageshoch. Long!”
  6. 21:04 Uhr – “Wieder raus. Da kommt nichts mehr.” Ab hier verkauft das Smart Money in die bisherige Stärke des Marktes.
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