Wie vermutet und für einen Bärenmarkt typisch, konnten die Gewinne, die die Rede von Bernanke und das anschließende Herdenverhalten am Mittwoch verursacht haben, am Donnerstag und Freitag nicht gehalten werden. Freitag war ein typischer Verfallstag, im frühen Handel hohe Volatilität und hohes Volumen, aber ab Mittag (New York) kaum noch Bewegung im Markt.

Der DAX ist ein weiteres Mal an seinem SMA50 im Tageschart abgeprallt und wieder unter seinen SMA200 gefallen. Alles andere als bullish. Desweiteren hat sich jetzt auch im DAX das “Todeskreuz” aus dem SMA50 und dem SMA200 gebildet, wie vorher schon im Nasdaq Composite und im S&P 500. Wie man dem Chart entnehmen kann, ist der DAX jetzt von einer Reihe von Unterstützungen und Widerständen recht eng eingegrenzt.

Im Wochenchart ist der DAX nur kurz vom SMA50 abgeprallt und hat am Freitag fast exakt auf ihm geschlossen. Desweiteren hat die Stochastik ein Verkaufssignal generiert, ohne in den “überkauften” Bereich zu gelangen. Sollte der SMA50 nicht halten, so ist viel Platz nach unten. Erste Ziele wären dann die Horizontalwiderstände bei 5140. Darunter könnte es dann schnurgerade auf 4750 Punkte gehen, evtl. mit einem kleinen Zwischenstop bei 5000 Punkten.

Auch der Dow Jones konnte die Gewinne nicht halten und scheint sich auf dem Weg zu einem erneuten Test des Bereiches um 10700 Punkte zu befinden. Die Oszillatoren haben sich schon wieder erheblich vom “überverkauften” Gebiet entfernt, so dass im Laufe der Woche ein Bruch der 10700 wahrscheinlich erscheint. Sollte dieser Bereich, der bereits mehrfach sowohl als Widerstand als auch als Unterstützung (siehe Wochenchart) fungiert hat, geknackt werden, so ist Platz bis zur Aufwärtstrendlinie bei ca. 10450 Punkten. Das könnte durchaus ein schneller Rutsch werden. Als Widerstand sehe ich momentan die Linie des aktuell vorherrschenden kurzfristigen Abwärtstrends bei ca. 11000 Punkten.

Der S&P 500 ist wie erwartet an dem starken Widerstand aus SMA50 und SMA200 abgeprallt und hat fast die kompletten Gewinne vom Mittwoch am Donnerstag und Freitag wieder abgegeben. Die Stochastik beginnt bereits wieder zu drehen und steht kurz vor einem Verkaufssignal. Als Unterstützung sehe ich die Horitzontalwiderstände der letzten Tiefs im Bereich 1220 bis 1225 Punkten. In diesen Bereich fällt auch die Linie des Aufwärtstrends aus April 2005. Sollte der S&P 500 darunter schließen, ist das erste Ziel bei ca. 1170 Punkten (Tief vom Oktober 2005), das nächste dann bei etwa 1130 Punkten (Tief vom April 2005).

Die konjunktur- und zinsempfindlichen Technologiewerten sind wie in den letzten Wochen schon einen Schritt weiter. Der Nasdaq Composite hat letzte Woche ein neues 52-Wochentief ausgebildet. Im Tageschart der letzten 4 Monate sind überhaupt keine Unterstützungen mehr auszumachen, der SMA200 beginnt zu fallen und die Stochastik liefert schon wieder ein Verkaufssignal. Es hat sich ein neuer Abwärtstrendkanal ausgebildet. Im Wochenchart sieht man, dass der Unterstützungsbereich bei 2025 bis 2050 Punkten so gut wie geknackt ist. Der nächste Halt dürfte dann erst bei ca. 1930 bis 1950 Punkten (aktueller SMA200, wird aber noch etwas steigen) und danach im Bereich des Horizontalwiderstandes bei 1900 Punkten liegen.

Der Russel 2000, in dem 2000 Small Caps enthalten sind, ist ebenfalls kurz davor, zu neuen Tiefs aufzubrechen. Auch das ist typisch für einen Bärenmarkt: Large Caps performen besser als Small Caps.

USA After Hours Gewinner und Verlierer

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