Maria Bartiromo wundert sich was los ist
Maria Bartiromo von den Finanznachrichten auf CNBC, hat gestern kurz nach 21 Uhr berichtet, dass der Fed Chef Bernanke bei einem offiziellen Dinner am Wochenende ihr gegenüber geäußert habe, dass sein Bericht vor dem Kongress am letzten Donnerstag nicht so verstanden werden dürfe, dass die Fed den Zinszyklus bereits beendet habe. Vielmehr werde die Fed eventuell eine Pause machen, doch die kommenden Wirtschaftsdaten werden die Zinspolitik der Fed bestimmen. Aufgrund des schnellen Wechsels von “Pause” zu “in Abhängigkeit von den Daten” wird Fed Chef Ben Bernanke in einigen Blogs bereits als CMO (Chief Monetary Obfuscator) der USA bezeichnet.
Die Auswirkungen dieser Aussage von Bartimoro waren ziemlich stark und sind gut z.B. im Chart des NASDAQ Futures zu sehen, da die Technologietitel empfindlich auf solche Aussagen zur Zinspolitik reagieren.
In dem direkt darauf folgenden Interview (nur mit Internet Explorer möglich, zuvor eine kurze Werbung) mit Michael Moskow, dem Fed Chef von Chicago, wundert Maria Bartiromo sich, warum die Händler auf dem Parkett hinter ihr plötzlich so einen Höllenlärm machen:
- Bartiromo:
- “Seems like something is going on behind us, all of a sudden.”
- Moskow:
- “May be because you are here.”
Da ich aber vermute, dass a) Maria Bartiromo eine zu intelligente Person ist, um solche Aussagen zu erfinden, und b) sie während des Dinners am letzten Wochenende nicht alleine mit Ben Bernanke gesprochen hat, sondern seine Aussagen zumindest von einer Gruppe von Menschen gehört wurden und sich somit schon vor gestern Abend herumgesprochen hätten, bin ich gespannt, ob heute von ihr eine Art von Klar- oder Richtigstellung auf CNBC gesendet wird. Ob das aber die Kurse dann ebenso stark wieder nach oben treibt, wage ich zu bezweifeln. Allerdings sind ja die asiatischen und europäischen Märkte auch weitgehend unbeeindruckt in die neue Woche gestartet.
Schön, wieder mal Beiträge hier zu lesen…
Meine persönliche Meinung zu diesem Vorfall ist, dass Wohl und Wehe der amerikanischen Wirtschaft und Börse bestimmt nicht davon abhängen, was Bernanke zum Mittagessen gesagt habe. Klare Überreaktion.
Hallo Saviano,
das Wohl und Wehe der amerikanischen Wirtschaft bestimmt nicht, allerdings die Glaubwürdigkeit und das Ansehen der Güte der Kommunikationspolitik der Fed. Solche wichtigen Aussagen bei einem Mittagessen am Wochenende auszuplaudern und eine CNBC-Moderatorin als “inoffizielles Sprachrohr” der Fed zu nutzen, die die Neuigkeiten in einen völlig unvorbereiteten Markt live während der Handelszeit hinaus posaunt, ist mehr als unprofessionell. Das macht die Kommuniationspolitik der Fed, und damit die Fed selbst, ein Stück unberechenbarer. Und das mögen die Märkte ja gar nicht.