Steht Calpine vor der Insolvenz?
Bereits Mitte Oktober machten die ersten Spekulationen zum Bankrott von Calpine (CPN, US1313471062) die Runde. Wie im Chart zu sehen, pendelte der Kurs der Aktie danach noch eine zeitlang zwischen $2,20 und $2,50. Ende November kam dann ein für Calpine negatives Gerichtsurteil wonach über $300 Mio. unrechtmäßig für den Kauf von Erdgas genutzt wurden und nun zurückgezahlt werden müssen. Danach ging alles ganz schnell: Downgrades von Analysten, offizielle Diskussion über Gläubigerschutz nach Chapter 11 als realistische Option für Calpine, Aufforderung zur Rückzahlung der $300 Mio., Entlassung von CEO und CFO und danach natürlich die Beteuerungen, dass alles gar nicht so schlimm sei und Calpine selbstverständlich das Geld zurückzahlen könne und auch werde. Lediglich eine Frist von unter 90 Tagen sei zu knapp. Ich tippe, die wollen sich noch etwas zeitlichen Freiraum schaffen, um den Antrag auf Gläubigerschutz in Ruhe vorbereiten zu können.
Am Chart erkennt man gut, dass nach dem Aufkommen von Insolvenzgerüchten in der entsprechenden Aktie eher eine Short-Position eingegangen werden sollte. Long-Positionen sollten auf jeden Fall glattgestellt werden. Ein Verbilligen durch Zukauf unter gleichzeitigem Vergrößern einer bestehenden Long-Position als eine Spekulation auf ein “Wird schon alles nicht so schlimm sein.” ist die schlechteste Idee in einem solchen Fall. Die Realisierung eines kleinen und das Vermeiden eines großen Verlustes in einer solchen Position sollte man, auch wenn es schwer fällt, als einen Gewinn ansehen. Calpine schloss am Freitag bei $0.40 (nach einem Tagestief von $0.33). Dieses entspricht einem Verlust von über 80% seit Auftreten der ersten Spekulationen über eine Insolvenz von Calpine am 17. Oktober.