Wenn eine Aktie 50% gefallen ist…
…heißt das noch lange nicht, dass sie nicht noch weitere 50% fallen kann. Refco (RFX, US75866G1094) hat nach seinem ca. zweimonatigem Börsenaufenthalt gestern nach Handelsschluss Insolvenz angemeldet. Im Vorfeld war der Kurs schon dramatisch eingebrochen, nachdem bekannt wurde, dass der CEO einige recht dubiose Transaktionen im Volumen von ca. einer halben Milliarde USD zur Verschleierung von Krediten vorgenommen hatte. Wer vorgestern bei der Aktie ein Schnäppchen vermutete, wurde heute eines besseren belehrt.
Chart von Refco vom 17.10.2005
Update 2005-09-20 8:35 Uhr
Refco (neues Symbol ist RFXCQ) hat gestern mit +29% auf $0.84 geschlossen. Bei unseren Nachbarn in Österreich weitet sich die Insolvenz von Refco mittlerweile zu einem Skandal um die Gewerkschaftsbank BAWAG aus, die Kredite von insgesamt 425 Mio. EUR (350 Mio. EUR and den CEO, 75 EUR Mio. an Refco) vergeben hat. Als Sicherheit bekam sie dafür 34% der Refco Aktien, die jetzt leider praktisch wertlos sind (siehe auch einen Artikel im Wirtschaftsblatt und eine Übersicht von Der Standard).
REFCO wird noch spassig… ein player weniger im markt, in dem es jetzt verdammt eng wird. ;o)
Naja, Refco selbst hatte ja die Konsolidierung in dem Markt vorangetrieben. Wer bleibt denn noch als großer Player? Fimat, Goldman Sachs, Citigroup, Merrill Lynch, UBS, JP Morgan, Man Financial und Calyon. Eventuell kann man die Deutsche Bank noch dazu zählen. Mal abwarten, was der Flowers mit Refco vor hat…
Schöner Artikel. Solche Stories sollte man im Hinterkopf behalten, wenn mal wieder jemand per Email eine Rebound-Chance nach 15% Einbruch angekündigt bekommt. Zum Glück hats gestern bei Pacific Ethanol geklappt, bzw. ist es zumindest nicht schiefgegangen.