Warum braucht man einen Tradingplan?

“Wenn Du es nicht schaffst zu planen, dann planst Du, es nicht zu schaffen.” – Unbekannt

Trading ist ein Business. Dieses gilt sowohl für das aktive Daytrading als Vollzeitbeschäftigung, als auch für das eigenverantwortliche Spekulieren und Investieren mit einem längeren Zeithorizont von Wochen, Monaten oder auch Jahren für die finanzielle Vorsorge neben einer anderen hauptberuflichen Tätigkeit. Und wie bei jeder anderen Unternehmung kann ein guter Plan den entscheidenden Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Ein “normaler” Businessplan enthält hauptsächlich Informationen zur Grundlage der Unternehmung, also zum angebotenen Produkt oder zur angebotenen Dienstleistung, dazu Marktanalyse und Marketingstrategien, d.h. im Businessplan wird beschrieben, was wie in welchen Markt gebracht werden soll. Daneben finden sich die Finanzplanung, die Planung des Arbeitsumfeldes, sowie die fachlichen und unternehmerischen Voraussetzungen, die das Gründerteam mitbringt. Der Businessplan dient dazu, die Strategie für die Unternehmung auszuarbeiten. Er kann nach Beginn der Unternehmung als Leitfaden zur Überprüfung der Strategie und der Kosten dienen und zur Motivation der Unternehmer und Mitarbeiter beitragen.

Als Trader arbeitet man alleine, muss normalerweise keine Investoren überzeugen und hat i.d.R. auch nicht so viel zu organisieren. Im Vergleich zu dem Aufwand einer “normalen” Unternehmung, bei der ein Produkt entwickelt und verkauft werden soll, heißt es beim Traden doch einfach Broker auswählen, Computer an, hier ein paar Tipps aus Diskussionsforen holen, dort einen neuen unfehlbaren Indikator berechnen und los geht’s, oder?

Falsch. Völlig falsch. Wenn man so in das Trading einsteigt, ist man schutzlos ausgeliefert. Und zwar nicht den anderen Marktteilnehmern, sondern sich selbst und seinen Emotionen. Und beim Handeln aufgrund von Emotionen heißt es schnell: Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Wie gesagt, Trading ist ein Business. Und zwar eines der schwersten. Die Anforderungen an die eigene Psyche und den Verstand (in dieser Reihenfolge) sind enorm hoch. Für das Trading mit Aktien braucht man einen Plan, genau wie für jedes andere Business. Der Tradingplan ist ein Vertrag, ein Pakt, den man mit sich selbst abschließt. Es ist der Plan, mit dem man ein erfolgreicher Trader werden will. Er muss nicht nur die Methode enthalten, nach der gehandelt wird, sondern auch die Ziele, die man erreichen will, und vor allem wie diese Ziele erreicht werden sollen. Er muss das Tradingumfeld, Tradingrituale und die Einbettung des Tradings in das private Leben berücksichtigen und unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Warum handele ich überhaupt mit Aktien oder Derivaten?
  • Bin ich mental und intellektuell bereit dafür?
  • Welche Ziele habe ich?
  • Welche Risiken bin ich bereit, dafür einzugehen?
  • Wann, wie und wo will ich arbeiten
  • Nach welchen Regeln will ich handeln?
  • Wie überprüfe ich meine Ergebnisse?
  • Welche Rituale/Checklisten habe ich täglich, wöchentlich und monatlich einzuhalten?
  • Wie halte ich Psyche, Verstand und Körper fit?
  • Wann mache ich Pausen?
  • Wann und wie lange mache ich Urlaub?
  • Wie verhindere ich einen burnout?
  • Wann und wie belohne ich mich?
  • Was mache ich, wenn etwas nicht gut läuft?
  • Was mache ich, wenn etwas über einen längeren Zeitraum nicht gut läuft?
  • Wie verhalte ich mich, wenn ich durch andere Dinge emotional beeinflusst werde?
  • Was mache ich bei Krankheit?

Im Trading sind Entscheidungen aufgrund von Emotionen vollständig ohne oder unter Nichtbeachtung eines Tradingplanes fast immer die Grundlage für schlimme finanzielle Niederlagen und den Mißerfolg des gesamten Vorhabens. Ein gut ausgearbeiteter Plan dagegen ist die Grundlage dafür, emotionale Entscheidungen vollständig aus dem Trading zu eliminieren und so dem eigenen Ziel einen großen Schritt näher zu kommen.

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